Anonym - Poznanski/ Strobel [Rezension]

14:49:00

Rezension Leselust Darknet Killer Spannung Leseprobe Hamburg Kurzmeinung: 

Ein sehr spannender Thriller. Interessante Idee und gelungene Umsetzung. Tolle Ermittler und die Einblicke aus drei Perspektiven machen einen besonderen Reiz aus.

Bewertung: 4 Sterne


Klappentext: 

Du verabscheust deinen Nachbarn? Du hast eine offene Rechnung mit deiner Ex-Frau? Du wünschst deinem Chef den Tod? Dann setze ihn auf unsere Liste und warte, ob die anderen User für ihn voten. Aber überlege es dir gut, denn manchmal werden Wünsche wahr...
Es ist der erste gemeinsame Fall von Kommissar Daniel Buchholz und seiner Kollegin Nina Salomon, und er führt sie auf die Spur des geheimnisvollen Internetforums "Morituri". Dort können die Mitglieder Kandidaten aufstellen und dann für sie abstimmen. Dem Gewinner winkt der Tod. Aber das Internet ist unendlich, die Nutzer schwer zu fassen. Nur der Tod ist ausgesprochen real, und er ist näher, als Buchholz und Salomon glauben...


Zum Buch: 

Die Idee ist so simpel wie brillant: Ein Unbekannter eröffnet ein Internetforum in dem jeder User einen Todeskandidaten nominieren kann und es regelmäßig öffentliche Abstimmungen gibt, wer hingerichtet werden soll. Der Admin der Seite, Trajan, sieht sich als Exekutive und macht Hamburg zu seiner Arena. Dabei versetzt er Hamburgs Bewohner wahlweise in Blutrausch oder Todesangst.
Auf der anderen Seite stehen Kommissar Daniel Buchholz und seine neue Kollegin Nina Salomon, die erst zu Beginn der Ermittlungen aus Bremen zum Team dazukommt. Viel Zeit zum Eingewöhnen hat Nina also nicht, und so kommt es zu einigen Reibereien zwischen ihr und ihren Kollegen.
Zunächst glauben viele bei der Internetseite an einen makaberen Scherz und nehmen die Seite nicht ganz ernst. Doch als die nächste Todesliste veröffentlicht wird, beginnt für die Ermittler ein Wettlauf gegen die Zeit.


Meine Meinung: 

Das Buch hat mich von der ersten Seite an gefesselt. Neben der interessanten Grundidee des Falls haben mir besonders die verschiedenen Perspektiven gefallen, aus denen man die Geschehnisse geschildert bekommt.
Die Kapitel sind abwechselnd aus der Sicht der Ermittler Nina Solomon und Daniel Buchholz geschrieben.
Aber zwischendurch gibt es auch einige Kapitel aus einer dritten Perspektive, der des Mörders. Das fand ich besonders reizvoll.
Ab und zu habe ich beim Lesen etwas den Faden verloren und war gerade so in die Perspektive von Nina eingetaucht, dass ich beim nachten Kapitel nicht gleich gemerkt habe, dass jetzt ja wieder Daniel erzählt. Aber das bekommt man dann doch recht schnell mit.

Das führt mich dann gleich zu den Charakteren im Buch. Mir waren zwar nicht alle Personen gleich sympathisch, aber sie wurden alle sehr gut eingeführt und ich hatte schnell ein Bild von allen vor Augen, dass dann nach und nach immer komplexer wurde.
Daniel Buchholz und seine Kollegen in Hamburg sind ein eingespieltes Team, Nina Salomon kommt aus Bremen neu ins Team dazu. Mit ihrer rauen, schnippischen Art macht sie sich anfangs nicht gerade Freunde. Besonders der sehr korrekte Buchholz ist zunächst wenig begeistert von seiner neuen Kollegin.
Die Streitereien zwischen den beiden haben aber genau das richtige Maß und nehmen nicht zu viel Platz in der Handlung ein. Im Gegenteil, das Geplänkel lockert die sonst doch sehr dunkle Stimmung angenehm auf und bringt eine kleine Portion Humor in die Ermittlungen.

Der Fall an sich ist absolut spannend und gut erdacht, ohne dabei konstruiert zu wirken. Die Idee ist sowohl interessant, als auch sehr erschreckend. Die Umsetzung ist gelungen und wirkt erschreckend realistisch.
Zufällig habe ich vor kurzer Zeit AchtNacht von Sebastian Fitzek gelesen und rezensiert. Das Buch hat eine ganz ähnliche Thematik, ist in der Umsetzung aber völlig anders. AchtNacht hat mir leider nicht gut gefallen. Wie man die Grundidee aber auch sehr gelungen umsetzen kann, dass zeigen Ursula Poznanski und Arno Strobel in "Anonym" auf beeindruckende Art und Weise. Und für mich war es ein spannendes Erlebnis, zwei Bücher mit so ähnlicher Thematik und doch so unterschiedlicher Umsetzung hintereinander zu lesen.

Anonym hat mir wirklich sehr gut gefallen. Ein weiterer Pluspunkt für mich Persönlich war der Schauplatz Hamburg.
Ich habe beim Lesen mal wieder gemerkt, wie viel es ausmacht, wenn man die Schauplätze der Handlung kennt. Als Hamburgerin habe ich mich immer total gefreut, wenn Orte genannt wurden, die ich kenne. Ich hatte das dann gleich so detailreich vor Augen und konnte mich viel besser in die Szenerie hineinversetzen. Es hat sich irgendwie alles vertraut angefühlt und die Lektüre hat direkt ein bisschen Heimweh nach Hamburg ausgelöst, obwohl die Handlung natürlich alles andere als ein Anreiz ist.

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Fazit: 

Ein Thriller, in den man sehr schnell den Einstieg findet und den man dann kaum noch aus der Hand legen mag. Die Idee ist spannend und erschreckend realistisch.
Durch die verschiedenen Perspektiven und die gelungen herausgearbeiteten Charaktere hebt sich das Buch von der Masse ab. Ebenso durch die Zusammenarbeit zweier Autoren an einem Buch. Dieses Experiment ist auf jeden Fall geglückt und ich freue mich schon sehr auf den nächsten Fall von Buchholz und Salomon.


Mein herzlicher Dank an den Verlag für das Bereitstellen des Rezensionsexemplars.

Verlag: Wunderlich (Rowohlt) 
Seiten: 384
Preis: 19,95€ (Hardcover), 16,95€ (eBook)

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Plauderecke: 

Kennt ihr das Buch? Und was sagt ihr zu dieser beängstigenden Idee?
Habt ihr vielleicht auch AchtNacht gelesen und könnt auch ein paar Parallelen ziehen?
Und können euch bekannte Schauplätze in Büchern auch so begeistern?
Ich freue mich auf den Austausch mit euch. :)


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11 Kommentare

  1. Hey :)

    Das ging mir ähnlich, als ich das Buch angefangen habe. Da war einfach keine Pause drin, das hab ich schon gemerkt, als ich die ersten Seiten hinter mir hatte ... Ich bin ja gespannt, ob die beiden mit ihrem nächsten Roman dieses Niveau halten können. "Anonym" hat die Latte jedenfalls ziemlich hoch gelegt!

    Liebe Grüße
    Ascari

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    1. Hallöchen Ascari,
      Super, dass dir das Buch auch so gut gefallen hat. Ein echter Pageturner. ;)
      Weißt du denn, ob schon ein neues Buch um dieses Ermittler Duo geplant ist? Ich würde mich über neue Fälle aus Hamburg freuen.
      Liebste Grüße, Julia

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    2. Es wird auf jeden Fall weitere Bücher von PozStro geben, das weiß ich von Ursula persönlich. Ob mit demselben Tesm, hab ich allerdings nicht gefragt ... Ich lasse mich jetzt einfach überraschen :).

      Liebe Grüße
      Ascari

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  2. Hallo Julia :-) Tolle Rezi hast Du mal wieder geschrieben !
    Mir geht es übrigens àhnlich , ich lese so gern Ostfriesenkrimis *lach* weil ich die meisten Orte gut kenne.Auch habe ich einen Thriller entdeckt (Dein Fleisch mein Blut) der unten an der Küste spielt.Ansonsten mag ich aber keine Thriller die in Deutschland spielen , frag mich nicht warum..

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    1. Hallo Birgit,
      Vielen Dank. Das freut mich wirklich sehr zu hören.
      Ja, das macht schon irgendwie ein besonderes Leseerlebnis, wenn man die beschriebenen Orte wirklich kennt.
      Ich lese sonst eigentlich auch nicht so viele deutsche Thriller, aber bin jetzt auf den Geschmack gekommen. ;) Werde mich mal weiter umschauen, was es da noch so gibt, aus der Region. :)
      Liebste Grüße und vielen Dank für deinen Kommentar.
      Julia

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  3. Von beiden Autoren habe ich mir ja schon länger einmal vorgenommen ein Werk zu lesen, weil verdammt viele ihrer Bücher erstens auf meiner Wunschliste stehen, ich aber zweitens auch sehr viel Positives über Beide höre.

    Dass sie nun ein gemeinsames Buch haben finde ich sehr interessant, weil da immer sehr schön jeder das eigene Know-How einbringen kann. Das hat mir auch bei "Abgeschnitten" richtig gut gefallen, da haben sich ja Fitzek und Tsokos zusammengetan und man hat ganz klar als Leser gemerkt, wer was eingebracht hat und wie das Buch davon profitiert.

    Bei Anonym reizt mich aber auch die Thematik, die ist ja hochaktuell und wirklich erschreckend. Muss das Buch gleich mal auf meine Wunschliste setzen.

    Lg Nicole
    #litnetzwerk

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    1. Hallo Nicole,
      Oh ja, also Anonym kann ich dir nur wärmstens empfehlen. Ich fand die Kooperation der beiden Autoren sehr gelungen. Durch die Erzählweise aus den zwei verschiedenen Perspektiven der beiden Ermittler, hat das Buch eine ganz besondere Note bekommen und man kann da auch gut die verschiedenen Einflüsse der beiden Autoren erkennen, finde ich.
      Von Arno Strobel habe ich selbst auch noch kein Buch gelesen, aber "Fünf" von Ursula Poznanski kann ich dir auch sehr empfehlen. Auch eine super spannende Idee und gut umgesetzt.
      Aber jetzt erstmal viel Vergnügen mit "Anonym". Du kannst ja dann mal berichten, wie es dir gefallen hat.
      Und das Buch von Tsokos und Fitzek werde ich mir mal näher angucken, die Kombi klingt ja auch ganz interessant. ;)
      Liebe Grüße, Julia

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  4. Ich fand das Buch auch spannend und die Idee richtig gut. Allerdings war es mir dann doch zu brutal und widerlich - zum Teil unnötig. Nach "Fremd" hatte ich mich wohl auf etwas anderes eingestellt.
    Die Hauptpersonen fand ich super und ich würde wohl auch noch den nächsten Band lesen.

    Liebe Grüße
    Mona

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    1. Hallo Mona,
      Ja, ich erinnere mich. Das hast du glaube ich schon auf dem Rowohlt Bloggerfrühstück auf der LBM17 gesagt, dass dir das Buch zu brutal war. Ich mag das in Büchern eigentlich auch nicht so gerne und finde es immer stark, wenn Autoren es schaffen, ohne solche Mittel eine große Spannung aufzubauen.
      Allerdings ist mir die Brutalität bei "Anonym" jetzt nicht unangenehm aufgefallen, da habe ich schon Schlimmeres gelesen, wo ich mich wirklich geekelt habe (zB letztens gerade bei Pretty Girls von Karin Slaughter!). Und wenn es mir zu viel wird, überfliege ich die Stellen meistens. Das ist so meine Strategie. ;)
      Aber die Idee ist echt toll und das Ermittlerduo hat mir auch so gut gefallen. Besondres, weil man dadurch Einblicke aus beiden Seiten bekommen hat. Ich bin auch auf den zweiten Teil gespannt und hoffe, die beiden lassen sich nicht zu lange Zeit.
      Liebe Grüße, Julia

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  5. Oh das Buch klingt wirklich toll und die Zusammenarbeit zweier toller Autoren gelungen! Kommt auf meine Wunschliste! Danke :)
    LG Katharina
    #litnetzwerk

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    1. Sehr schön. Es lohnt sich wirklich. :) Viel Freude bei der Lektüre.
      LG, Julia

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Über mich


Hallöchen, ich bin Julia, 24, und der Bücherwurm hinter dem Blog Leselust.
Seit 2016 blogge ich hier über Bücher, Literaturevents und was mich sonst so beschäftigt.
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Wenn ihr mehr über mich wissen wollt, dann schaut bei "Über mich" vorbei oder schreibt mir auch gern. Ich habe immer ein offenes Ohr für euch.


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