Daisy Jones and The Six – Taylor Jenkins Reid [Rezension]

Mittwoch, August 19, 2020

Love Drugs Rock'n'Roll Musik 70er Bestseller Hype

Kurzmeinung:

Daisy Jones & The Six von Taylor Jenkins Reid ist ein großartiges Buch und wird dem Hype mehr als gerecht. Love, Drugs and Rock'nRoll verpackt in einem Stil, den ich so noch nie vorher gelesen habe. Es sticht aus der Masse hervor und ist wirklich einzigartig. Eine große Empfehlung.
 

Klappentext:

Daisy Jones, jung, schön, von ihren Eltern vernachlässigt, hat eine klare Stimme und einen starken Willen: Sie möchte mit ihren eigenen Songs auf der Bühne stehen. Als sie zum ersten Mal gemeinsam mit THE SIX auftritt, ist das Publikum elektrisiert von ihr und Billy, dem Leadsänger der Band. Die beiden zusammen sind nicht nur auf der Bühne explosiv und führen die Band zu ihrem größten Erfolg, auch Backstage sprühen die Funken …


Meine Meinung:

In Daisy Jones and The Six von Taylor Jenkins Reid geht es um, wie der Name schon sagt, Daisy Jones, eine bildschöne und sehr talentierte Sängerin und Songwriterin, die zu der Band The Six hinzustößt. 
The Six, das sind sechs Rock'n'Roll Musiker und Musikerinnen, rund um den Songwriter und Leadsänger Bille Dunne. Sie haben angefangen in kleinen Kneipen zu spielen und gerade ihren ersten Plattenvertrag erhalten, als Daisy Jones zu ihnen stößt und sie gemeinsam den großen Durchbruch schaffen. Es geht um den Lifestyle der 70er, um Love, Drugs und Rock'n'Roll. 

Was dieses Buch für mich so besonders und so absolut herausragend macht, ist der Schreibstil. Das Buch ist fast komplett in Interviewform geschrieben. Interviews, die die fiktive Interviewerin mit den fiktiven Bandmitglieder, Produzenten, Soundtechnikern und Angehörigen und Freunden der Band geführt hat. Das ist ein sehr interessanter Stil, den ich so noch nie gelesen habe. Am Anfang war ich etwas skeptisch, weil diese Form für mich so neu war. Aber dann war ich, wie die Bandmitglieder, im Rausch und habe das Buch wie im Sog gelesen. 

Das Buch war für mich fast wie ein Dokumentarfilm, nur zum Lesen. Und es fühlte sich wirklich so echt an. Die Stimmung der Zeit des Rock‘n‘Roll wurde so gut eingefangen. Ich war mehrmals kurz davor zu googeln, ob es Daisy Jones und die Band nicht vielleicht doch wirklich gegeben hat. Und zu gern hätte ich bei Spotify ein paar Songs von Ihnen gehört. Und das obwohl ich ja von vornherein wusste, dass es die Band nicht gibt. Aber Taylor Jenkins Reid schreibt so überzeugend und malt diese Welt so plastisch und authentisch, dass es sich beim Lesen sehr real angefühlt hat.

Es bedient die typischen Musikerklischees: Partys, Frauen, Drogen, Ekstase, auf Bühnen zerschlagene Gitarren. Es erzählt vom Aufstieg der Band von kleinen Gigs in Kneipen zum großen Plattenvertrag, Tournee und Konzerten in großen Stadien und Songs, die Welterfolge werden. Es erzählt von der Dynamik einer Band, wie der Erfolg sie verändert, wie die Beziehungen der einzelnen Bandmitglieder sich mit der Zeit entwickeln. Das wirkt zu keinem Zeitpunkt gekünstelt, unauthentisch oder vorhersehbar. Die Interviews waren so gut geschrieben, dass ich förmlich an den Lippen der jeweils erzählenden Personen hing. Es kamen viele verschiedene Personen zu Wort. Oft wurde ein Ereignis aus Sicht der verschiedenen, daran beteiligten Personen beschrieben. Die Ereignisse, die Beschreibungen der Personen aus so vielen verschiedenen Perspektiven zu lesen, das fand ich sehr spannend. Und die kleinen Abweichungen der Geschichten voneinander machten das Buch nur noch authentischer.
Die Interviewform wurde immer mal wieder durchbrochen von Berichten mit Hintergrundinformationen. Wenn man bei dem Vergleich mit der Filmdokumentation bleibt, war das quasi die Stimme aus dem Off. 



Fazit:

Mit Daisy Jones & The Six hat Taylor Jenkins Reid ein großartiges Buch geschaffen, über die Welt der Musiker und Musikerinnen in den 70ern, über den Rausch, den Erfolg, die Liebe. Über die Beziehungsdynamik innerhalb einer Band auf ihrem Weg zum Erfolg, und über die Verletzlichkeit der Menschen. Das alles hat sie verpackt in einen so außergewöhnlichen Stil, den ich so noch nie zuvor gelesen habe, und der das Buch in eine ganz andere Liga bringt. So überzeugend und authentisch, dass man beim Lesen glaubt, die Band und ihre Geschichte sei echt, selbst wenn man es eigentlich besser weiß. 


Biblio
Titel: Daisy Jones & The Six
Autorin: Taylor Jenkins Reid
Übersetzung: Conny Lösch
Verlag: Ullstein
Seiten: 368


Das könnte dir auch gefallen:

Superbusen – Paula Irmschler 
--> Ebenfalls ein Buch über eine Band und ebenfalls ein Buch, das mich absolut begeistert hat.

The Girls – Emma Cline 
--> Auch ein Buch über das Amerika der 70er, über Sex, Drugs und eine Sekte, in die eine junge Frau durch den charismatischen Sektenführer und seine "Girls" hineingezogen wird. 


Plauderecke:

Habt ihr schon von dem Hype um Daisy Jones mitbekommen? Habt ihr das Buch schon gelesen? Was sagt ihr: wird es dem Hype gerecht, oder nicht?
Und falls ihr das Buch noch nicht kennt: konnte ich euch ein bisschen neugierig auf Daisy Jones & The Six machen?
Kennt ihr weitere Bücher, die in einem so außergewöhnlichen Stil geschrieben sind?

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2 Kommentare

  1. Vor Ewigkeiten angekündigt, nun steht meine Rezension und ich schau dann auch endlich bei dir rum <3 Frech verlinkt bist du schon, hihi

    Dokumentarfilm zum Lesen, wundervoll die Geschichte eingefangen <3 Meine Flunsch hättest du mal sehen sollen, als mir klar wurde, dass es fiktiv ist, brauchte ein wenig bis das auch bei mir ankam XD
    Wirklich schade fast, aber nur fast, denn das Buch ist auch als Fiktion einfach wundervoll!

    Mukkelige Grüße!

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    1. Liebe Janna,
      Danke für die Verlinkung. :) Haha, ja, für mich hat es sich auch wirklich sehr echt angefühlt beim Lesen und ich habe immer wieder vergessen, dass es eine fiktive Geschichte ist.
      Ich komm gleich mal bei dir vorbei und lese deine Bewertung.
      Liebe Grüße und ein schönes Wochenende. :*

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