Die letzten Tage der Nacht - Graham Moore [Rezension]

Montag, Februar 19, 2018

Leseprobe Bestseller Lovelybooks Technik Erfinder Glühbirne Kurzmeinung: 

Geschichtliche und technische Fakten verpackt in eine bestens unterhaltende Story. Moore entführt uns ins Amerika des 19. Jahrhunderts, mitten in den elektrischen Krieg. Ein Buch voller Technik, Wissenschaft und Recht, voller Ego und Ehrgeiz, aber auch über Liebe und Loyalität.

Bewertung: 3 Sterne 

Klappentext:

New York, 1888. Der junge Anwalt Paul Cravath steht in einem der größten Patentkriege aller Zeiten dem berühmten Thomas Edison gegenüber. Es geht um ein Wunder, um eine bahnbrechende Erfindung: die Glühbirne. Und damit um die Macht, das gesamte Land zu elektrifizieren. Edison ist ein verschlagener und gefährlicher Gegner mit einem Netzwerk aus Spionen, gekauften Journalisten und der Unterstützung von J.P. Morgan höchstpersönlich. Aber Paul teilt eine Eigenschaft mit Edison: den absoluten Willen, zu gewinnen.
Ein packender Roman, der auf wahren Ereignissen beruht. Über das, was Genies ausmacht, den Preis des Ehrgeizes und den Kampf, ganz Amerika in elektrisches Licht zu tauchen.


Meine Meinung:

Bei "Die letzten Tage der Nacht" handelt es sich um ein gutes Buch -keine Frage. Moore verbindet geschichtliche und technische Fakten mit einer spannenden Geschichte. Eine Vielzahl verschiedener und jeweils ganz eigener Charaktere teilen sich den interessanten Schauplatz. New York im 19. Jahrhundert. Und auch die Themenvielfalt ist beachtlich. Moore erzählt von Ehrgeiz und dem großen Ego großer Männer. Er erzählt von technischem Fortschritt und Erfindergeist, von großen Visionen ebenso, wie von juristischen Feinheiten. Es werden bahnbrechende Ideen reduziert auf eine Klausel im Vertrag.

Der Ton der Erzählung war dabei aber immer auch ein bisschen komisch und hat der Geschichte etwas Leichtes gegeben.

Interessant fand ich auch die Betrachtung der Motive, die die Männer im Zentrum der Geschichte zu ihren Taten getrieben haben. Für den einen war es Macht und Geld, für den anderen Ego und Arroganz, oder der Versuch, eine Frau zu beeindrucken. Und für wieder einen anderen stand einfach der Durst nach Wissen und der Drang, Neues zu entdecken im Vordergrund. Das wurde sehr schön und differenziert dargestellt, allerdings auf eher subtile Weise. Das hat mir gut gefallen.
Ich habe einiges aus diesem Roman lernen können, über die Anfänge der Elektrizität und Generatoren, genauso wie über Patentrecht und juristische Fallen in Verträgen.

Und auch der emotionale Bereich wurde bedient, wie ich fand aber eher halbherzig. Da gab es zwar die Liebesgeschichte zwischen Paul Cravath und XXX, aber die hätte man eigentlich auch weglassen können. Ich hatte eher das Gefühl, die wurde da mit eingebaut, um eben auch das Thema Liebe abzudecken, aber so richtig gut in den Erzählfluss hat es nicht reingepasst. Für mich hatten diese Abschnitte immer eher etwas von einem unnötigen Nebenschauplatz.

Und das bringt mich auch zu meinem größten Kritikpunkt an diesem Buch. Es ist spannend und unterhaltsam geschrieben. Es behandelt interessante Themen, ist lehrreich, bietet einen tollen Handlungsschauplatz. Aber dennoch hat mir etwas gefehlt, weshalb mich die Geschichte nicht vollkommen überzeugt hat. Und das ist die Tiefe. Ich habe das Buch gerne gelesen, aber dann habe ich es zugeklappt und es ist nichts geblieben. Es hat nichts in mir nachgehallt, es hat mich nach dem Lesen nicht weiter beschäftigt.
Vielleicht kann das gar nicht jedes Buch und vielleicht wollte das dieses Buch auch gar nicht. Aber mir ist es einfach negativ aufgefallen, das irgendwie nicht so richtig etwas "bei mir angekommen" ist.


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Fazit:

Ein nettes Buch mit einem interessanten Thema. Es hat mich gut unterhalten und ich habe sogar einiges über den Stromkrieg und die technische Entwicklung dahinter lernen können. Dennoch hat mir irgendwie etwas gefehlt und das Buch konnte mich nicht so richtig erreichen und berühren. 
Für eine leichte Lektüre zwischendurch ist es aber sehr geeignet.


Biblio
Verlag: Eichborn
Übersetzung: Kirsten Riesselmann
Seiten: 464
Preis: 22,00€ (Hardcover),  16,99€ (eBook)
Erscheint am 31.08.2018 als Taschenbuch bei Bastei Lübbe. 


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Plauderecke:

Habt ihr dieses Buch auch schon gelesen? Und habt ihr das mit der fehlenden Tiefe auch so empfunden, oder konnte die Geschichte euch restlos begeistern? 
Lest ihr gern Bücher mit historischem Hintergrund? Wenn ja, wäre ich sehr an euren Empfehlungen interessiert. Ich freue mich auf eure Tipps und Kommentare. 

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3 Kommentare

  1. Hey :)

    Ich habe es als Hörbuch gehört und hatte trotz genialem David Nathan auch so meine Probleme damit. Wobei ich nicht mal so genau sagen kann warum, denn in der Zwischenzeit habe ich ein anderes Buch desselben Autors gelesen - und er kann spannend schreiben. Es kann also nur damit zusammenhängen, dass er aus dem Stoff nicht das machen konnte, was eigentlich drin gewesen wäre. Denn die Idee fand ich superspannend, dieser Stromkrieg hat vieles vorweggenommen, was heute in Sachen Patente gang und gäbe ist ...

    Liebe Grüße
    Ascari

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    Antworten
    1. Hey Ascari,
      Ja, so ging es mir ja beim Lesen auch. So richtig packen konnte es mich nicht, obwohl der Stoff echt viel Potential gehabt hätte. Da sind wir uns also einig. ;) Aber die wissenschaftlichen und geschichtlichen Fakten fand ich schon sehr interessant.
      Liebe Grüße und schön, dass du mal wieder vorbeigeschaut hast. <3
      Julia

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  2. Hey :)
    Ich bin gerade sehr froh, deinen Beitrag zu diesem Buch gefunden zu haben. Ich hab das Buch schon ein paar mal in den Händen gehalten, obwohl ich glaube, dass mich mehr das Cover angesprochen hat.

    Ich war mir aber so unschlüssig und brauchte mal die Meinung von jemanden, der es gelesen hat.

    Ich denke, ich werde dem Buch wohl mal eine Chance geben. Es fällt so ein wenig aus meinem üblichen Genre raus, aber deine Meinung hat mich neugierig gemacht.

    Alles Liebe,
    Sinah

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