Dienstag, 23. Mai 2017

Wir sehen uns am Meer - Dorit Rabinyan [Rezension]

Kurzmeinung:

Sanft und leise erzählt die Autorin die Geschichte von einer Liebe, die eigentlich nicht hätte sein dürfen. Zwischen zwei Menschen, die ihre Herkunft trennt. Mögen die Umstände auch sehr außergewöhnlich sein, so ist es im Kern doch eine rührende Liebesgeschichte.

Bewertung: 3 Sterne

Verlag: KiWi
Seiten: 384
Preis: 19,99€ (Hardcover),17,99€ (eBook), 10,99€ (Taschenbuch)

Klappentext:

Romeo und Julia heute: Von der unmöglichen Liebe zwischen einer Jüdin und einem Palästinenser

Die Tel Aviverin Liat lernt in New York den Maler Chilmi kennen, der aus Ramallah stammt. Die beiden verlieben sich, wohl wissend, dass ihre Liebe keine Zukunft hat: Wenn die Zeit in New York vorbei ist, wird auch die Beziehung, die eigentlich nicht sein darf, zu Ende gehen. Doch Liat und Chilmi haben die Rechnung ohne ihre Gefühle gemacht …

Zum Buch:

Die Israelin Liat trifft in New York den Palästinenser Chilmi. Und die beiden verlieben sich, trotz allem, was sie eigentlich trennen müsst. Doch ihre Liebe hat ein Verfallsdatum, denn Liat ist nur für begrenzte Zeit in den USA. Und wenn sie New York verlässt, muss sie auch Chilmi hinter sich lassen. Oder kann ihre Liebe stärker sein, als die Feindschaft zwischen ihren Völkern?

Meine Meinung:

In dem Buch schildert die junge Israelin Liat ihre Begegnung mit Chilmi, den sie in New York kennen und lieben lernt. Von Anfang an ist da eine sehr starke Anziehung zwischen ihnen, obwohl sie genau weiß, dass es eigentlich nicht sein darf.
In sehr poetischen Bildern beschreibt die Autorin Dorit Rabinyan, wie sich die Beziehung zwischen den beiden Liebenden entwickelt. Wie sie mit sich ringen und rational abwägen und doch nicht gegen ihre Gefühle füreinander ankommen.
Während Liat und Chilmi immer mehr Zeit miteinander verbringen, lernen sie auch die jeweils andere Kultur besser kennen. Allerdings bringt ihre Herkunft auch einiges an Konfliktpotential und es kommt zu Missverständnissen und Reibungen. Diese Szenen haben mir persönlich immer besonders gut gefallen, weil hier eine starke Spannung aufgebaut wurde, die diesen Roman von anderen Liebesgeschichten abhebt. Man spürt nicht nur einen Leidensdruck der Protagonisten, die hin- und hergerissen sind zwischen ihrer Liebe zueinander und der Liebe zu ihrem Heimatland und ihrer Kultur. Sondern man erfährt auch noch einiges über die Geschichte der Länder, die Entstehung des Konflikts.
Auch der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen. Die Autorin führt den Leser mit leiser Stimme durch die Geschichte, aber immer sehr nah an den Personen. Mit poetischen Bildern und viel Raum für Details entwickelt sie eine Szene, eine Stimmung. Manchmal bleibt dabei allerdings die Handlung auf der Strecke und Rabinyan verliert sich zu sehr in einzelnen Beschreibungen.

Wovon der Roman lebt, das sind die Bilder, die so meisterhaft gezeichnet werden und die Stimmungen, die sich unweigerlich auf den Leser übertragen. Das ist die Nähe zu den Protagonisten, das Eintauchen in ihre Gefühls- und Gedankenwelt. Und das ist der Autorin wirklich außerordentlich gut gelungen.

Fazit:

Eine Geschichte, die gerade durch die Zartheit und Intimität besticht, mit der sie erzählt wird. Allerdings verliert sich die Autorin manchmal zu sehr in einzelnen Details, so das auch einige Längen entstehen. Insgesamt aber eine schöne und ungewöhnliche Liebesgeschichte, die außerdem noch interessante Einblicke in die Feindschaft Zweier Völker und die jeweiligen Kulturen bietet.


Das könnte dir auch gefallen: 

Vom Ende der Einsamkeit - Benedict Wells [Rezension]
--> auch eine außergewöhnliche Liebesgeschichte
Stalins Kühe - Sofi Oksanen [Rezension]
--> eine Buch, bei dem man auch viel über die Geschichte eines anderen Landes und eine andere Kultur lernen kann


Plauderecke: 

Interessieren euch bei Büchern Einblicke in fremde Kulturen und die Geschichte anderer Länder? Oder ist das nur unnötiges Nebenwerk und lenkt von der eigentlichen Liebesgeschichte ab?
Falls ihr es schon gelesen habt, möchte ich natürlich auch eure Meinung zu dem Buch hören.

Freitag, 12. Mai 2017

Ragdoll - Daniel Cole [Rezension]

"Ragdoll - Dein letzter Tag" von Daniel Cole (Ein New-Scotland-Yard-Thriller, Band 1)


Buchtipp Rezension Buchempfehlung spannender Thriller Spannung Leseprobe Kurzmeinung:

Die perfekte Mischung aus Spannung und Humor. Genau so wünsche ich mir einen Thriller.
Das Ermittlerteam hat eine interessante Dynamik und auch jeder Charakter für sich ist faszinierend.
Auch der Fall ist reizvoll und es wird schon im Prolog eine große Spannung aufgebaut. Insgesamt konnte ich dieses Buch kaum aus der Hand legen und habe es regelrecht verschlungen. Allerdings gab es auch hier und da ein paar Stellen, die mich nicht 100 prozentig überzeugt haben. Das tut dem Leseerlebnis insgesamt aber keinen Abbruch und das Ende hat mir auch sehr gut gefallen.

Bewertung: 4,5 Sterne


Verlag: Ullstein
Seiten: 480
Preis: 14,99€ (Taschenbuch), 12,99€ (eBook)

Klappentext:

Der umstrittene Detective William Oliver Layton-Fawkes, genannt Wolf, ist nach seiner Suspendierung wieder in den Dienst bei der Londoner Polizei zurückgekehrt. Wolf ist einer der besten Mordermittler weit und breit. Er dachte eigentlich, er hätte schon alles gesehen. Bis er zu einem grausigen Fund gerufen wird. Sechs Körperteile von sechs Opfern sind zusammengenäht zu einer Art Lumpenpuppe, einer »Ragdoll«. Gleichzeitig erhält Wolfs Exfrau eine Liste, auf der sechs weitere Morde mit genauem Todeszeitpunkt angekündigt werden. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt, doch der Ragdoll-Mörder ist der Polizei immer einen Schritt voraus. Und der letzte Name auf der Liste lautet: Detective William Oliver Layton-Fawkes ...


Meine Meinung:

Schon mit mit dem Prolog hat mich dieses Buch gepackt. Er ist nicht aus der Sicht der Ermittler geschrieben, sonder gibt einen anderen Blickwinkel. So bekommt man schnell einen Überblick über die Ereignisse, aber eben trotzdem auch persönliche Eindrücke. Ich war von der ersten Seite an gefesselt.
Nach und nach wird man dann mit dem Ermittlerteam bekannt gemacht -und jeder Ermittler ist eine Type für sich.
Da haben wir zunächst Wolf, den verbitterten Einzelgänger, an dem die letzten Jahre -und besonderes der letzte große Fall- nicht spurlos vorbeigegangen sind.
Dann gibt es die toughe Baxter, die nie um eine Antwort verlegen ist, keinen Schlagabtausch scheut und mit ihrer brüsken Art bloß niemanden zu nah an sich heran lassen will.
Der dritte im Bunde ist Frischling Edmunds. Dies ist sein erster Fall und er wird von den alten Hasen viel verarscht und rumgescheucht. Er lässt sich aber nicht unterkriegen und erkämpft sich mit unermüdlichem Einsatz und guten Instinkten schnell seinen Platz im Team.

Die Dynamik im Team ist spannend und auch das Geplänkel zwischen den Ermittlern ist großartig und erfrischend. Und so ist trotz des spannenden Falls ist immer viel Platz für eine ordentliche Portion Humor. Das bereichert dieses Buch um eine weitere Facette, den man nicht in jedem Thriller findet.
"Da er [Wolf] an jenem Morgen (und auch an allen anderen in den vergangenen vier Jahren) seine Liegestütze vergessen hatte, dachte er..." (aus Ragdoll von Daniel Cole, S. 99)

Eine weitere Besonderheit des Thrillers ist, das auch die Medien hier eine große Rolle spielen. Man begleitet die Reporterin (und Ex- Frau von Wolf) Andrea und bekommt so Einblicke in die Arbeit der Presse und kann einen Blick hinter die Kulissen werfen. Und was da (zumindest in diesem Buch) abläuft, ist wirklich erschreckend. Ich war schockiert über die Skrupellosigkeit der Medien, die keine Moral kennt und für eine hohe Einschaltquote alles tun würde.

 "Ein Mann ohne Feinde ist ein Mann ohne Prinzipien." (S.304) 

Der Fall ist auf jeden Fall sehr spannend und wird nach und nach immer persönlicher. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen, was auch an dem sehr flüssigen Schreibstil lag.
Die Weiterentwicklung der Charaktere hat mir auch gut gefallen. Man bekommt als Leser ein immer komplexeres Bild der einzelnen Personen und ihren Beziehungen zueinander.

Absolutes Highlight war aber der trockene, britische Humor.
"Will er fliehen oder sich umbringen?" "Vierter Stock, ich würde sagen fünfzig-fünfzig" (S. 203)

Fazit: 

Mit "Ragdoll" hat Daniel Cole hier einen grandiosen Thriller abgeliefert. Spannend von der ersten bis zur letzen Seite, interessante Charaktere und unerwartete Wendungen. Auch den Schluss fand ich gelungen.

"Zum Schluss wird dir klar [...], dass es keine "Guten" gibt. Es gibt nur solche, die einfach noch nicht weit genug in die Enge getrieben wurden" (aus "Ragdoll von Daniel Cole, S.403)

Rezension Leselust Buchtipp Buchempfehlung Leseprobe


Ausblick:

Auf der Verlagsseite erfährt man, dass "Ragdoll" der erste Band der Reihe "New-Scotland-Yard-Thriller" ist. Band 2 soll wohl im Frühjahr 2018 erscheinen.

Gemeinsam gelesen 

Wie einige von euch ja wahrscheinlich mitbekommen haben, habe ich dieses Buch gemeinsam mit meiner BBF- Crew gelesen. Ausgetauscht haben wir uns auf Twitter unter dem Hashtag #bbfliest. Das hat auch wirklich gut geklappt. Und dadurch, dass ja auch alle anderen Twitter User bei unseren Kommentaren mitlesen konnten, sind so einige witzige Unterhaltungen zustande gekommen.
Das hat auf jeden Fall total viel Spaß gemacht und das Lesen noch mal zu etwas Besonderem gemacht.

Und auch bei der Leserunde von Lovelybooks habe ich mitgemacht und meine Meinung über das Buch auch zum Besten gegeben. Also an Austausch über das Buch hat es mir dieses mal wirklich nicht gemangelt.
Ein riesen Dank noch mal an Lovelybooks für die Überraschungspost. Ich habe mich wirklich wahnsinnig gefreut und was für ein Zufall das war, dass ich mir genau dieses Buch fast auf der Buchmesse gekauft hätte.

Plauderecke 

Dennoch will ich natürlich auch trotzdem noch mit euch über diesen Thriller schnacken. Also: Konnte ich euch mit meiner Rezension ein bisschen neugierig machen? Oder habt ihr Ragdoll auch schon gelesen? Und wenn ja, wie hat er euch gefallen? Und habt ihr unsere #bbfliest Tweets verfolgt?


Das könnte dir auch gefallen: 

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Fremdlesen: Weitere Rezensionen zu Ragdoll

Kerstin und Janna von KeJas BlogBuch
Nisnis Bücherliebe
Der Leseratz
Laberladen
Kitsunebooks





Dienstag, 9. Mai 2017

AchtNacht -Sebastian Fitzek

Psychothriller Rezension Leselust Blog Hetzjagd Spannung Buch

Kurzmeinung:

Ein Anfang mit Sogfaktor. Danach herrscht leider nur mäßige Spannung. Die Handlung wirkt konstruiert und an den Haaren herbeigezogen. Die Grundidee ist aber sehr interessant.
Gegen Ende wird es dann auch wieder spannender und die Auflösungen ist sehr gelungen.

Bewertung: 2 Sterne

Verlag: Droemer Knaur
Seiten: 416
Preis: 12,99€ (TB), 9,99€ (eBook)

Klappentext:

Es ist der 8. 8., acht Uhr acht.
Sie haben 80 Millionen Feinde.
Werden Sie die AchtNacht überleben?

Stellen Sie sich vor, es gibt eine Todeslotterie.
Sie können den Namen eines verhassten Menschen in einen Lostopf werfen.
In der „AchtNacht“, am 8. 8. jedes Jahres, wird aus allen Vorschlägen ein Name gezogen.
Der Auserwählte ist eine AchtNacht lang geächtet, vogelfrei.
Jeder in Deutschland darf ihn straffrei töten - und wird mit einem Kopfgeld von zehn Millionen Euro belohnt.

Das ist kein Gedankenspiel. Sondern bitterer Ernst.
Es ist ein massenpsychologisches Experiment, das aus dem Ruder lief.
Und Ihr Name wurde gezogen!

Meine Meinung:

Der Klappentext klingt so spannend, da war ich sofort neugierig. Und was für eine gruselige, aber zugleich faszinierende Idee -eine Todeslotterie. Wer würde bei so etwas mitmachen, wer würde so etwas glauben?
Ein Ansatz mit viel Potential, das leider nur ansatzweise ausgeschöpft wurde.

Der Anfang ist noch ziemlich gut. Man findet leicht in die Geschichte hinein und ist sofort neugierig, was wohl passieren wird.
Doch schon nach dem ersten Viertel lässt das Buch dann deutlich nach.
Die Charaktere sind leider nicht sehr interessant und auch die Handlung dreht sich irgendwie im Kreis.
Der arbeitslose Ben wird von der Todesfee als AchtNächter bestimmt. Ebenso wie die Psychologiestudentin Arezu.
Ben war mir von Anfang an nicht sehr sympathisch und ist für mich die ganze Zeit irgendwie blass geblieben. Ein komplexer Charakter sieht anders aus.
Da hatte die junge Arezu mit ihren Narben und Geheimnissen schon mehr Ecken und Kanten zu bieten. Aber auch ihr fehlt irgendwie die Tiefe und sie hat mich einfach nicht berührt.
Die Bösewichter sind da schon um einiges Interessanter gewesen und von ihnen konnte ich mir viel besser ein Bild machen. Da kam bei mir als Leser mehr an; da haben sich bei mir teilweise richtig die Nackenhaare aufgestellt, bei so viel Kaltblütigkeit.

Zwischendurch hat der Handlung dann leider die Spannung komplett gefehlt, denn es drehte sich viel im Kreis. Ben und Arezu auf der Flucht vor dem Mob. Sie fliehen mal hierhin und mal dahin. Aber sehr abwechslungsreich oder aufregend fand ich das nicht. Teilweise musste ich mich zwingen weiterzulesen. Das sollte eigentlich bei keinem Buch so sein, aber erst recht nicht bei einem Thriller.
Herr Fitzek bedient sich außerdem einige Male beim beliebten Schema F. Das kann man mal machen, sehr zur Spannung beitragen tut das aber leider nicht.

Auch der Schreibstil konnte mich nicht überzeugen. Da gab es viele Phrasen, überflüssige Einschübe in unnötigen Klammern. Oder Stilperlen wie diese:
"Dafür war seine innere Lebensuhr zurückgestellt; von Sommer- auf Verzweiflungszeit." (AchtNacht, S. 338)
Und auch einige logische Fehler sind mir beim Lesen störend aufgefallen. Das hätte ich vom sogenannten "Meister des Wahns" nicht erwartet.

Lichtblicke waren aber die psychologischen Betrachtungen des Grundszenarios. Wie sich die Idee der Todeslotterie verbreitet. Wie sich ein Mob bildet, welche Legitimierung sie für ihr Verhalten finden. Wie weit der einzelne rechtschaffene Bürger gehen würde.
Auch das Verbreiten von Gerüchten um die Gejagten und die regelrechte Diffamierung von Ben sind sehr interessant und auch glaubwürdig dargestellt. Das hat bei mir als Leserin dann auch Gefühle ausgelöst. Ich wurde wütend ob dieser Ungerechtigkeit, diesen teils offensichtlichen Falschmeldungen, die von der Masse trotzdem geglaubt wurden und denen Ben als Beschuldigter wenig entgegenzusetzen hatte. Wie solche Geschichten im Netz ein Eigenleben entwickeln können.
Da konnte ich wirklich mitschwingen und war ganz in der Geschichte drin, was sonst leider eher selten der Fall war.

(Achtung: Bezug aufs Ende. Wer da empfindlich ist wegen Spoilern, bitte überlesen)
Zum Ende hin nimmt die Geschichte dann aber noch mal richtig Fahrt auf und überrascht mit einigen cleveren Wendungen.
Die Auflösung hat mir auch gut gefallen und war durchaus glaubwürdig. Es bleiben keine Fragezeichen übrig und die Geschichte findet einen guten Abschluss.

Leselust Rezension Buchempfehlung Leseprobe Jagd

Fazit:

Ein nur mäßig spannender Thriller mit an den Haaren herbeigezogenem Plot und einigen logischen Fehlern. Auch die Charaktere sind eher einfach und es fehlt die Nähe zum Leser.
Die Grundidee ist aber sehr interessant und daraus ergeben sich auch teilweise spannende Betrachtungen. Auch Die Auflösung ist gelungen und das Ende hat mir sehr gut gefallen.


AchtNacht war mein erstes Buch von Fitzek und nach all den Lobeshymnen und der Begeisterung über diesen Autor, hatte ich eigentlich mehr erwartet.
Allerdings gebe ich den Autor noch nicht so schnell auf und versuche es demnächst mal mit einem seiner früheren Werke. Hoffentlich gefällt mir das dann besser und kann die hohen Erwartungen erfüllen, die mit dem Namen "Fitzek" verbunden sind.



Mein herzlicher Dank gilt dem Verlag für das Bereitstellen eines Rezensionsexemplars.


Das könnte dir auch gefallen:

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Weitere Rezensionen zu AchtNacht:

Plauderecke:

Sind unter euch wahre Fitzek Fans? Dann empfehlt mir doch bitte ein Buch von ihm, auf das es mich eure Begeisterung teilen lässt.
Und wie hat euch das Buch gefallen? Wart ihr auch enttäuscht?


Montag, 8. Mai 2017

Gewinnspiel Auslosung

Gewinner Buchtipp Rezension Leseprobe


Gestern war der letzte Tag des Gewinnspiels anlässlich des ersten Jahrestags von "Leselust". Ich habe mich riesig über all eure Wünsche und lieben Worte gefreut und es tut mir richtig leid, dass nicht alle von euch gewinnen konnten.

Heute habe ich dann fleißig alle Namen aufgeschrieben und die Gewinner ausgelost.

Und ohne große Ausschweifungen präsentiere ich euch jetzt die Namen der glücklichen Gewinner:
 *Trommelwirbel*

Gewinner Buchtipp Rezension Leseprobe Buchblog Buchempfehlung



















Für Paket 1 - Thriller:
Gewinner Buchtipp Rezension Leseprobe Buchblog Buchempfehlung



















Für Paket 2 - Liebe 
Gewinner Buchtipp Rezension Leseprobe Buchblog Buchempfehlung



















Für Paket 3 - Jugendbuch 
Gewinner Buchtipp Rezension Leseprobe Buchblog Buchempfehlung


















Und bei Paket 4- Schicksal musste ich nicht losen, weil es nur eine Bewerbung dafür gab:

Angeltearz



Herzlichen Glückwunsch an die Gewinner und viel Spaß bei der Lektüre. :)
Und an alle anderen: nicht traurig sein. Das war bestimmt nicht das letzte Gewinnspiel auf diesem Blog.

Ich wünsche euch allen weiterhin viel Spaß am Lesen, viele tolle Bücher und reichlich Lesestunden. Und ich freue mich natürlich immer über euren Besuch und eure lieben Kommentare.
Auf viele weitere schöne Blogger- Jahre mit euch.
Liebst, Julia

Samstag, 6. Mai 2017

Ellbogen - Fatma Aydemir [Rezension]

Buchtipp Buchempfehlung Türkei Erdogan Migration Gewalt Flucht Kurden

Kurzmeinung:

Was für ein großartiges Debüt. Zugegeben, an die teilweise sehr grobe, aggressive Sprache musste ich mich erst gewöhnen. Aber dieser Stil passt einfach zu der Geschichte, die erzählt wird und verschmilzt so zu einem stimmigen Gesamtbild. Eine Geschichte, die aktueller kaum sein könnte und Einblicke gibt, in die Perspektivlosigkeit und das Reinrutschen in eine Abwärtsspirale aus Diebstahl, Gewalt und Flucht.

Bewertung: 5 Sterne


Verlag: Hanser
Seiten: 272
Preis: 20,00€ (Hardcover), 15,99€ (eBook)

Klappentext:

Sie ist siebzehn. Sie ist in Berlin geboren. Sie heißt Hazal Akgündüz. Eigentlich könnte aus ihr eine gewöhnliche Erwachsene werden. Nur dass ihre aus der Türkei eingewanderten Eltern sich in Deutschland fremd fühlen. Und dass Hazal auf ihrer Suche nach Heimat fatale Fehler begeht. Erst ist es nur ein geklauter Lippenstift. Dann stumpfe Gewalt. Als die Polizei hinter ihr her ist, flieht Hazal nach Istanbul, wo sie noch nie zuvor war. Warmherzig und wild erzählt Fatma Aydemir von den vielen Menschen, die zwischen den Kulturen und Nationen leben, und von ihrer Suche nach einem Platz in der Welt. Man will Hazal helfen, man will mit ihr durch die Nacht rennen, man will wissen, wie es mit ihr und mit uns allen weitergeht.

Türkei Erdogan Putsch Migration Gewalt Flucht Flüchtlinge Berlin Istanbul


Meine Meinung: 

Was mir als erstes als sehr besonders bei diesem Buch aufgefallen ist, ist die Sprache. Der Umgangston ist teilweise sehr grob und roh, dadurch aber auch sehr echt.
Hazal redet Klartext. Es ist in dem Buch abgeduckt, was ihr gerade durch den Kopf geht. Das ist manchmal nicht schön, aber auf jeden Fall "echt". So kamen in den Sätzen gerne mal Wörter wie "abhaten", "du Opfer" oder auch "verfickt" vor. An die Wortwahl musste ich mich erstmal gewöhnen, aber es passt eben zu dem, was erzählt wird und von wem erzählt wird und ergibt insgesamt ein stimmiges Bild.


Die Charaktere sind trotz der groben Sprache fein beobachtet und genau portraitiert.
Zunächst ist da Hazals Familie. Ihre Eltern sind sehr streng, wenig liebevoll und engen Hazal sehr ein. Auch die Religion und die Anforderungen, was von einem muslimischen Mädchen erwartet wird, spielen im Familienleben eine große Rolle.
Insgesamt bekommt der Leser einen interessanten Einblick in die türkische Kultur, das Familiengefühl, die Religion und das Frauenbild.

"Das erste, was ich nach dem Sprechen gelernt habe, war das Lügen." (Ellbogen, S. 119)

Hazal ist eine sehr coole Protagonistin, die irgendwie immer ein bisschen trotzig und frech wirkt. Aber gleichzeitig ist sie auch nachdenklich und verletzlich. Sie sieht, wie sehr die Religion sie einengt, wie die Frauen benachteiligt werden.
Sie tut knallhart und tough, aber eigentlich ist sie unsicher. Vor allem wenn sie über ihren Schwarm Mehmet redet, kann man das spüren.

"Einsamkeit kann man nicht teilen." (Ellbogen, S. 93)

Nach und nach lernt man Hazal besser kennen, sieht den weichen Kern hinter der harten Schale.
So zum Beispiel, wenn plötzlich in einem Nebensatz erwähnt wird, dass sie mehrmals versucht hat sich das Leben zu nehmen.

"Vielleicht ist Normalsein wirklich das Schlimmste, das einem passieren kann." (Ellbogen, S. 158)

Man taucht immer mehr ab in ihre Welt, die teils aus Selbstmitleid, teils auch aus echter Perspektivlosigkeit besteht. Sehr glaubwürdig gerät man mit ihr in diese Abwärtsspirale aus Ablehnung und Frustration, die zunächst zu Ladendiebstahl und dann zu roher Gewalt führt.

Wir fliehen mit Hazal nach Istanbul und sind mit ihr gemeinsam enttäuscht, weil dort doch nicht alles so toll ist, wie erhofft. Und auch Mehmet ist nicht der Traumprinz, den sie sich ausgemalt hatte.
Ab hier hat mich das Buch dann so richtig in seinen Bann gezogen, da Hazal eine sehr spannende Entwicklung durchmacht und der Charakter an Tiefe gewinnt. Das ist sehr interessant und durch die Ich- Perspektive sehr gut mitzuverfolgen. 


Fazit: 

Insgesamt steckt in diesen knapp 300 Seiten so viel drin. Das Buch ist Entwicklungsroman, Milieustudie, Gesellschaftskritik. Und ist dabei hoch aktuell, wenn Themen wie Migration, Integration und kulturelle Identität angesprochen werden. Aber auch Vorurteile und Ängste gegenüber Flüchtlingen, die politische Situation in der Türkei und Erdogan Gegner dort und Anhänger hier werden thematisiert.
Das alles ist aber gut verpackt in einer Geschichte, die unterhält, die anders ist und frisch.

Ein großartiges Debüt. Nah, authentisch, frech und vielseitig. Absolute Leseempfehlung! 



Ein herzliches Dankeschön an den Hanser Verlag für das Bereitstellen eines Rezensionsexemplars.


Kleiner Einblick in das Buch - Lesung von Fatma Aydemir

Ich war übrigens auf der Leipziger Buchmesse selbst auf einer Lesung von Fatma Aydemir und hatte beim Lesen des Buches dann teilweise ihre Stimme im Kopf. :)


Weitere Rezensionen zu dem Buch: 

Kerstin - KeJas BlogBuch
Die fabelhafte Welt der Bücher 


Das könnte dir auch gefallen: 

The Girls - Emma Cline [Rezension]
Was ich euch nicht erzählte - Celeste Ng [Rezension] 
Die Geschichte der Baltimores - Joel Dicker [Rezension]


Plauderecke: 

Habt ihr das Buch schon gelesen? Konnte es euch auch so begeistern? 

Sonntag, 30. April 2017

Lesemonat || April

Dieser Monat stand bei mir ganz im Zeichen des SuB Abbaus! Im April ist kein einziges Buch bei mir eingezogen. Und das trotz der vielen interessanten Neuerscheinungen. Aber ich habe mir vorgenommen, erstmal meinen SuB etwas zu reduzieren. Und ich bin wirklich ein bisschen stolz auf mich, dass ich das bis jetzt so gut durchgezogen habe. Diesen Monat habe ich nämlich 4 Bücher vom SuB gelesen, kein neues gekauft, das heißt -4 für den SuB. Yay! So kann es gerne weitergehen.
Langsam kribbelt es mich aber sehr in den Fingern und ich weiß nicht, ob ich im Mai auch so konsequent sein werde. Es gibt doch so viele tolle neue Bücher!

Insgesamt habe ich im April 6 Bücher gelesen. Dabei bin ich auf 2.481 Seiten gekommen, also ca 83 Seiten am Tag. Und das neben der ganzen Fachlektüre für meine Bachelorarbeit. Da freut sich das Leser- Herz. :)
Ein absolutes Highlight war dabei, ein brillanter Thriller und leider auch zwei Enttäuschungen.

Spannung gutes Buch Buchempfehlung





Thriller Buchtipp Rezension Leselust Geocaching1. Fünf - Ursula Poznanski (3,5 Sterne)

--> Starker Reihenauftakt. Eine sehr interessante Idee und eine mehr als gelungene Umsetzung. Der Fall ist wirklich spannend und hat mich von Anfang an in seinen Bann gezogen. Die Ermittler werden auch gut eingeführt. Einziger kleiner Kritikpunkt: die Dynamik im Ermittlerteam ist nicht so spannend, wie in manch anderem Thriller. Mir fehlt da etwas Witz oder Biss. Irgendwas, was etwas Frisches reinbringt. 

Klappentext:
Eine Frau liegt tot auf einer Kuhweide. Ermordet. Auf ihren Fußsohlen: eintätowierte Koordinaten. An der bezeichneten Stelle wartet ein grausiger Fund: eine Hand, in Plastikfolie eingeschweißt, und ein Rätsel, dessen Lösung zu einer Box mit einem weiteren abgetrennten Körperteil führt. In einer besonders perfiden Form des Geocachings, der modernen Schnitzeljagd per GPS, jagt ein Mörder das Salzburger Ermittlerduo Beatrice Kaspary und Florin Wenninger von einem Leichenteil zum nächsten. Jeder Zeuge, den sie vernehmen, wird kurz darauf getötet, und die Morde geschehen immer schneller. Den Ermittlern läuft die Zeit davon, sie ahnen, dass erst die letzte Station ihrer Rätselreise das entscheidende Puzzleteil zutage fördern wird ...


Rezension Buchtipp Thriller Facebook Leselust Spannung2. Blinde Vögel - Ursula Poznanski (2 Sterne)

--> Band 2 der Reihe um Kaspary und Wenninger. Nachdem ich von "Fünf" so begeistert war, musste ich sofort den nächsten Fall lesen. Leider war ich davon dann sehr enttäuscht. Die Idee ist vielleicht noch ganz interessant, die Polizeiarbeit aber wirklich langweilig. Gefühlt nur eine endlose Aufzählung belangloser Facebook Kommentare. Auch die Weiterentwicklung der Ermittler ist langweilig und vorhersehbar und das Geschmachte von Beatrice einfach unnötig. Wirklich schade. Diese Reihe werde ich jetzt erstmal pausieren, aber dem dritten Fall bestimmt irgendwann noch mal eine Chance geben. 

Klappentext:
Zwei Tote bei einem Salzburger Campingplatz. Sie stranguliert, er erschossen. Zwischen beiden scheint zu Lebzeiten keinerlei Verbindung bestanden zu haben. Oder täuscht der erste Blick?
Die Salzburger Ermittler Beatrice Kaspary und Florin Wenninger finden eine überraschende Gemeinsamkeit: Beide waren Mitglieder in einem Internetforum. Ein Forum für Dichtung. Harmloser geht es nicht.
Beatrice Kaspary folgt ihrem Instinkt und schleust sich als vorgebliche Lyrik-Liebhaberin in die Gruppe ein. Kurz darauf gibt es einen dritten Todesfall ...


guter Thriller Rezension Spannung Leselust Buchtipp 3. Ragdoll - Daniel Cole (4,5 Sterne)

--> Genau so muss ein Thriller sein. Die perfekte Mischung aus atemloser Spannung und schwarzem Humor. Das Ermittlerteam hat eine interessante Dynamik und auch jeder Charakter für sich ist faszinierend. 
Auch der Fall ist reizvoll und es wird schon im Prolog eine große Spannung aufgebaut. Insgesamt konnte ich dieses Buch kaum aus der Hand legen und habe es regelrecht verschlungen. Allerdings gab es auch hier und da ein paar Stellen, die mich nicht 100 prozentig überzeugt haben. Das tut dem Leseerlebnis insgesamt aber keinen Abbruch und das Ende hat mir auch sehr gut gefallen. Rezension "Ragdoll" 

Klappentext:
Der umstrittene Detective William Oliver Layton-Fawkes, genannt Wolf, ist nach seiner Suspendierung wieder in den Dienst bei der Londoner Polizei zurückgekehrt. Wolf ist einer der besten Mordermittler weit und breit. Er dachte eigentlich, er hätte schon alles gesehen. Bis er zu einem grausigen Fund gerufen wird. Sechs Körperteile von sechs Opfern sind zusammengenäht zu einer Art Lumpenpuppe, einer »Ragdoll«. Gleichzeitig erhält Wolfs Exfrau eine Liste, auf der sechs weitere Morde mit genauem Todeszeitpunkt angekündigt werden. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt, doch der Ragdoll-Mörder ist der Polizei immer einen Schritt voraus. Und der letzte Name auf der Liste lautet: Detective William Oliver Layton-Fawkes ...


Harry Potter London Mystery Polizei Krimi Fantasy Leselust4. Die Flüsse von London - Ben Aaronovitch (1,5 Sterne) 

--> Wieder eher eine Enttäuschung. Gelockt hat mich dieses Buch mit dem Aufdruck auf dem Buchrücken, so stelle man sich Harry Potter als Erwachsenen vor. Da war ich als Potterhead natürlich gleich neugierig. 
Ich habe allerdings keine Ähnlichkeiten zur Brillanz der Potter Bücher Festellen können. Die Magie war mir zu unglaubwürdig, die Charaktere haben mich auch nicht angesprochen und der Fall wurde mir sehr schnell viel zu abstrus. Der erste und für mich letzte Band der Reihe. 

Klappentext:
»Können Sie beweisen, dass Sie tot sind?«
Peter Grant ist Police Constable in London mit einer ausgeprägten Begabung fürs Magische. Was seinen Vorgesetzten nicht entgeht. Auftritt Thomas Nightingale, Polizeiinspektor und außerdem der letzte Zauberer Englands. Er wird Peter in den Grundlagen der Magie ausbilden. Ein Mord in Covent Garden führt den frischgebackenen Zauberlehrling Peter auf die Spur eines Schauspielers, der vor 200 Jahren an dieser Stelle den Tod fand.

»Mein Name ist Peter Grant. Ich bin seit Neuestem Police Constable und Zauberlehrling, der erste seit fünfzig Jahren. Mein Leben ist dadurch um einiges komplizierter geworden. Jetzt muss ich mich mit einem Nest von Vampiren in Purley herumschlagen, einen Waffenstillstand zwischen Themsegott und Themsegöttin herbeiführen, Leichen in Covent Garden ausgraben. Ziemlich anstrengend, kann ich Ihnen sagen – und der Papierkram!«



Istanbul Millieustudie Türkei Erdogan Putsch Leselust  Buchtipp Gewalt Opfer Migranten Flüchtlinge

5. Ellbogen - Fatma Aydemir (5 Sterne)

--> Was für ein großartiges Debüt. Zugegeben, an die teilweise sehr grobe, aggressive Sprache musste ich mich erst gewöhnen. Aber dieser Stil passt einfach zu der Geschichte, die erzählt wird und verschmilzt so zu einem stimmigen Gesamtbild. Eine Geschichte, die aktueller kaum sein könnte und Einblicke gibt, in die Perspektivlosigkeit und das Reinrutschen in eine Abwärtsspirale.  (Zur Rezension)

Klappentext:
Sie ist siebzehn. Sie ist in Berlin geboren. Sie heißt Hazal Akgündüz. Eigentlich könnte aus ihr eine gewöhnliche Erwachsene werden. Nur dass ihre aus der Türkei eingewanderten Eltern sich in Deutschland fremd fühlen. Und dass Hazal auf ihrer Suche nach Heimat fatale Fehler begeht. Erst ist es nur ein geklauter Lippenstift. Dann stumpfe Gewalt. Als die Polizei hinter ihr her ist, flieht Hazal nach Istanbul, wo sie noch nie zuvor war. Warmherzig und wild erzählt Fatma Aydemir von den vielen Menschen, die zwischen den Kulturen und Nationen leben, und von ihrer Suche nach einem Platz in der Welt. Man will Hazal helfen, man will mit ihr durch die Nacht rennen, man will wissen, wie es mit ihr und mit uns allen weitergeht.


Liebe Liebesgeschichte verboten Israel Palästina New York Tod Kunst Heimat Fremde6. Wir sehen uns am Meer - Dorit Rabinyan (3 Sterne)

--> sanft und leise erzählt die Autorin die Geschichte von einer Liebe, die eigentlich nicht hätte sein dürfen. Die Israelin Liat trifft in New York den Palästinenser Chilmi. Und die beiden verlieben sich, trotz allem, was sie eigentlich trennen müsst. Doch ihre Liebe hat ein Verfallsdatum, denn Liat ist nur für begrenzte Zeit in den USA. Und wenn sie New York verlässt, muss sie auch Chilmi hinter sich lassen. Oder kann ihre Liebe stärker sein, als die Feindschaft zwischen ihren Völkern?
Eine Geschichte, die gerade durch die Zartheit und Intimität besticht, mit der sie erzählt wird. Allerdings verliert sich die Autorin manchmal zu sehr in einzelnen Details, so das auch einige Längen entstehen. Insgesamt aber eine schöne und ungewöhnliche Liebesgeschichte, die außerdem noch interessante Einblicke in die Feindschaft Zweire Völker und die jeweiligen Kulturen bietet.

Klappentext:
Die Tel Aviverin Liat lernt in New York den Maler Chilmi kennen, der aus Ramallah stammt. Die beiden verlieben sich, wohl wissend, dass ihre Liebe keine Zukunft hat: Wenn die Zeit in New York vorbei ist, wird auch die Beziehung, die eigentlich nicht sein darf, zu Ende gehen. Doch Liat und Chilmi haben die Rechnung ohne ihre Gefühle gemacht …


Plauderecke

So, das war mein Lesemonat. Habt ihr vielleicht auch einen der Titel gelesen?
Und was war euer buchiges Highlight des Monats? Ich freue mich auf eure Buchtipps und Kommentare. 

Samstag, 22. April 2017

Der Circle - Dave Eggers [Rant- Rezension]

Kurzmeinung: 

Eine interessante Idee aber eine misslungene Umsetzung. Blasse Charaktere, eine vorhersehbare, oft dröge Handlung und eine Protagonistin, die mir einfach nur auf die Nerven gegangen ist. 
Nach der Hälfte habe ich das Buch abgebrochen.


Bewertung: 1 Stern 

Verlag: KiWi 
Seiten: 560
Preis: 22,99€ (Hardcover), 9,99€ (eBook)


Klappentext:

Huxleys »Schöne neue Welt« reloaded: Die 24-jährige Mae Holland ist überglück-lich. Sie hat einen Job ergattert in der hippsten Firma der Welt, beim »Circle«, einem freundlichen Internetkonzern mit Sitz in Kalifornien, der die Geschäftsfelder von Google, Apple, Facebook und Twitter geschluckt hat, indem er alle Kunden mit einer einzigen Internetidentität ausstattet, über die einfach alles abgewickelt werden kann. Mit dem Wegfall der Anonymität im Netz – so ein Ziel der »drei Weisen«, die den Konzern leiten – wird es keinen Schmutz mehr geben im Internet und auch keine Kriminalität. Mae stürzt sich voller Begeisterung in diese schöne neue Welt mit ihren lichtdurchfluteten Büros und High-Class-Restaurants, wo Sterneköche kostenlose Mahlzeiten für die Mitarbeiter kreieren, wo internationale Popstars Gratis-Konzerte geben und fast jeden Abend coole Partys gefeiert werden. Sie wird zur Vorzeigemitarbeiterin und treibt den Wahn, alles müsse transparent sein, auf die Spitze. Doch eine Begegnung mit einem mysteriösen Kollegen ändert alles …

Meine Meinung: 

Zu aller erst muss ich gleich sagen, dass ich dieses Buch nach der Hälfte abgebrochen habe. Mir hat es so gar nicht gefallen, da war mir meine Lesezeit dann zu schade für. Aber natürlich kann ich dadurch auch nur die erste Hälfte des Buches bewerten. Dieser Text ist also keine klassische Rezension, wie ich sie sonst schreibe. Sondern eher meine persönliche Begründung, warum ich das Buch abgebrochen habe. So, wäre das geklärt. Jetzt also zum Buch.
Ich habe mir von diesem Buch viel versprochen. Die Idee fand ich wirklich sehr spannend, da der Anfang so einer Entwicklung ja schon heute zu sehen ist. Und ich hatte eigentlich auch richtig Lust auf eine gute Dystopie. 
Doch dann habe ich die Protagonistin Mae kennengelernt. Und die ist mir leider so unglaublich auf die Nerven gegangen. So naiv und unbedarft kann doch wirklich niemand sein. Und wie alle anderen Charaktere so sehr von oben herab mit ihr (und dadurch irgendwie auch mit dem Leser) gesprochen haben. Das konnte ich wirklich nicht ertragen und es hat mich beim Lesen regelrecht aggressiv gemacht. 
Dann noch ihre verworrenen Männergeschichten. Erst trifft sie den einen Typen, verliebt sich natürlich direkt und holt ihm netterweise gleich mal einen runter. Was er natürlich film, denn es darf ja nichts privat bleiben. Das findet die arme Mae dann doch irgendwie blöd, obwohl sie den Circle doch sonst echt super findet. 
Dann trifft sie den nächsten Typen, der ja ach so super mysteriös ist, der sie auch eigentlich ziemlich schlecht behandelt und sie nicht so richtig beachtet. Aber als er sie dann will, schläft Mae natürlich trotzdem sofort mit ihm. Er ist doch schließlich so geheimnisvoll. Ach ja, und super gut sieht er natürlich auch aus. 
Dann das ganze unglaubwürdige Konzept des "Circles". Alle Mitarbeiter sollen gefühlt ihre ganze Zeit damit verbringen, jeden Mist von sich im Netz zu posten und alles zu liken und zu kommentieren. Und das noch neben ihrer normalen Arbeitslast. Dafür bleiben die engagierten Mitarbeiter auch gerne die ganze Nacht auf, ist ja klar. Ein Problem hat damit natürlich auch niemand. Und in Frage gestellt oder kritisch betrachtet wird schon mal gar nichts. Auch sämtliche medizinische Daten werden ohne mit der Wimper zu zucken an den Konzern weitergegeben.

Das alles war mir einfach viel zu schablonenhaft und unglaubwürdig. Die Idee fand ich, wie gesagt, ganz spannend, aber so ohne jede Tiefe dargestellt. Einfach plakativ, dröge, langweilig. Da hat mir eindeutig ein differenzierter Blick gefehlt. 
Auch die Charaktere bleiben blass und ohne Tiefe, die Handlung ist vorhersehbar und auch der Schreibstil konnte mich nicht begeistern. 
Im Nachhinein kann ich es gar nicht glauben, dass ich mich bis zur Hälfte des Buches durchgekämpft habe. Aber dann konnte ich es einfach nicht mehr ertragen.

Ich weiß natürlich nicht, wie es danach weitergeht. Vielleicht hat Dave Eggers dann ja noch mal die Kurve bekommen und die Geschichte grandios weiterentwickelt und fabelhaft zu Ende geführt. Das kann ich jetzt nicht beurteilen. Und das ist der Grund, warum ich so gut wie nie Bücher abbreche. Weil ich nie die Hoffnung aufgeben will, dass mich das Buch vielleicht doch noch begeistern könnte. Aber "der Circle" hat in mir einfach so einen Widerwillen ausgelöst und da war mir meine Lesezeit einfach zu schade.
Einen Stern gibt's für die wirklich interessante Idee. Aber die Umsetzung ist meiner Meinung nach leider missglückt. 

Ich bin allerdings gespannt auf die Verfilmung mit Emma Watson. Der Trailer hat mir eigentlich wirklich gut gefallen und war mit der Grund, warum ich zu diesem Buch gegriffen habe. 


Plauderecke

Habt ihr "Der Circle" schon gelesen? Wie hat es euch gefallen? Sollte ich der zweiten Hälfte vielleicht doch noch mal eine Chance geben? 
Und fällt es euch auch so schwer, Bücher abzubrechen? 

Donnerstag, 13. April 2017

Bloggeburtstag und Gewinnspiel

Geburtstag Buchpaket Thriller Roman Liebe

Ich kann es gar nicht fassen. Genau heute vor einem Jahr habe ich meine erste Rezension online gestellt. Ich habe damals keine Erwartungen gehabt, habe mit keinen großen Reaktionen gerechnet. Ich habe das einfach für mich gemacht, weil ich gerne lese und gerne darüber schreibe.

Und jetzt, ein Jahr später? Ich bin Teil einer wundervollen, lieben und unterstützenden Community geworden, habe viele tolle Buchmenschen kennengelernt, die ich sehr ins Herz geschlossen habe. Ich lese selbst viel mehr Blogs und meine Wunschliste explodiert, weil ihr mich ständig mit neuen tollen Buchtipps überhäuft. Dafür lese ich aber auch (noch) mehr als früher, und lese auch aufmerksamer, würde ich sagen.

Das Bloggen macht mir so viel Spaß, wie ich es nie für möglich gehalten hätte, und es haben sich dadurch auch tolle Chancen ergeben. Nicht nur die Kooperationen mit zahlreichen Verlagen, die meine Arbeit ab und zu durch wunderbare Rezensionsexemplare unterstützen, sondern auch Treffen mit von mir bewunderten Autoren, wie zum Beispiel mit Jussi Adler-Olsen, Ursula Poznanski oder Takis Würger. So ist Bloggen nicht nur ein Hobby, sondern wichtiger und bereichernder Teil meines Lebens geworden.

Es gibt über 1000 Menschen, die meinem Blog auf den verschiedenen Kanälen folgen, die sich für meine Meinung über Bücher interessieren. Die mich mit ihren Likes und Kommentaren unterstützen. Ich kann es immer noch nicht fassen. Über 1000! Wow!
Vielen, vielen Dank dafür. Ich fühle mich sehr geehrt und bin dankbar für jede Unterstützung, die ich von euch erfahre. Der Austausch mit euch ist das Tollste am Bloggen und das möchte ich auf keinen Fall mehr missen.


Geschenke!

Normalerweise bekommt zum Geburtstag ja das Geburtstagskind die Geschenke. Bei meinem Blog ist das aber andersrum. Da werdet ihr beschenkt. :)
Ich möchte die Gelegenheit nutzen und mich bei meiner treuen Leserschaft für eure Unterstützung bedanken. Und was gäbe es da Besseres, als... genau, Bücher!

Zu gewinnen gibt es 4 Bücher inklusive der ein oder anderen kleinen Überraschung, die noch mit ins Paket wandern wird.
Teilnahmebedingung ist, dass ihr mir folgt, denn es soll ja ein Dankeschön an meine Follower sein.
Also folgt meinem Blog. ;) Wenn ihr außerdem Leselust-Fans auf weiteren Kanälen wie Twitter, Instagram, Bloglovin' oder Pinterest seid, könnt ihr eure Gewinnchancen mit je einem weiteren Los erhöhen.
Das Gewinnspiel endet am 07.05.17
Danach werde ich den Gewinner auslosen und hier auf dem Blog und den Social Media Kanälen verkünden.

Aber was gibt es denn jetzt zu gewinnen? Ich dachte mir, da die Geschenke ja für Leser meines Blogs sind, wähle ich die Bücher nach den Themen aus, die ich auch auf meinem Blog behandle.

Ihr habt die Wahl zwischen:

Paket 1 -Thriller: Dark Wood von Thomas Finn


Die Handlung: Ein gnadenloser Kampf ums Überleben
Der Schauplatz: Norwegens undurchdringliche Wälder.
Schon das Cover sieht mysteriös aus und das spiegelt sich auch im Inhalt dieses spannenden Mystery- Thrillers wieder.






Paket 2 -Liebe: Fünf am Meer von Emma Sternberg 


Eine lockere Lektüre, perfekt für den Urlaub -egal ob am Strand oder auf dem eigenen Balkon.
Linn ist am Boden zerstört, als sie rausfindet, dass ihr Verlobter sie betrügt. Sie flüchtet in ein Haus in den Hamptons, direkt am Meer. Und die Menschen, die sie dort trifft, bringen sie schnell auf andere Gedanken.




Paket 3 -Jugendbuch: Den Mund voll ungesagter Dinge von Anne Freytag


Das Buch wird ja im Moment kontrovers diskutiert. So etwas macht mich persönlich ja immer sehr neugierig auf ein Buch. Wenn ihr euch eine eigene Meinung bilden wollt, dann habt ihr jetzt die Chance dieses signierte Exemplar zu gewinnen. Denn das Buch habe ich auf der Leipziger Buchmesse erstanden und für euch sogar von der Autorin unterschreiben lassen.




Paket 4 -Schicksal/ Biographie: Shore, Stein, Papier von $ICK

$ICK berichtet völlig ungeschönt aus seinem Leben. Von seinen Drogenekzessen, der Beschaffungskriminalität, dem Leben im Knast und seinem Ausstieg aus dem Teufelskreis.
Auf YouTube erzählt er seine Geschichte und hat damit großen Erfolg. Jetzt hat er seine Erlebnisse aufgeschrieben und das Buch verspricht Einblicke in ein Leben zwischen Heroin und Haft






Also schreibt mir in die Kommentare, auf welchen Plattformen ihr mir folgt und für welches Buch/ welche Bücher ihr in den Lostopf hüpfen wollt. Denkt daran: die Gewinner werde ich am 08.05 hier bekanntgegeben und ihr habt dann eine Woche Zeit, euch bei mir zu melden. Passiert das nicht, wird das Buch neu verlost.

Ich drücke euch allen die Daumen uns sage noch mal vielen Dank für ein Jahr Leselust, die ich mit euch teilen konnte.

Liebst, eure Julia


Teilnahmebedingungen
Die Teilnahme an dem Gewinnspiel ist ab einem Alter von 18 Jahren möglich. Falls Du unter 18 Jahre alt sein solltest, ist eine Teilnahme nur mit Erlaubnis des Erziehungs-/Sorgeberichtigten möglich. Der Versand der Gewinne erfolgt nur innerhalb Deutschland, Österreich und Schweiz, wobei der Rechtsweg hier ausgeschlossen ist. Für den Postversand wird keinerlei Haftung übernommen. Eine Barauszahlung der Gewinne ist leider nicht möglich. Als Teilnehmer erklärst du dich bereit, mir deine Adresse mitzuteilen, damit ich dir den Gewinn zusenden kann. Deine Kontaktdaten werden ausschließlich dafür verwendet und danach von mir gelöscht. Die Adressen werden nicht an Dritte weitergegeben Außerdem erklärst du dich bereit, dass ich dich als Gewinner öffentlich auf dem Blog nennen darf. Jede teilnahmeberechtigte Person darf einmal an dem Gewinnspiel teilnehmen. Mehrfachbewerbungen durch verschiedene Vornamen, Nachnamen, Emailadressen oder einem Pseudonym sind unzulässig und werden bei der Auslosung ausgeschlossen.

Dienstag, 11. April 2017

Selfies - Jussi Adler-Olsen (Mørck #7) [Rezension + Treffen mit dem Autor]

dtv Carl Mørck neuer Band Thriller Mord

Kurzmeinung: 

Zwei alte Fälle, zwei neue Fälle und ein Blick in Roses Seelenleben.
Der Autor nicht in Topform und das Buch nicht so spannend, wie gewohnt. Dennoch ein solider Thriller mit starkem Fokus auf die Täter und ihre Motive.

Bewertung: 3 Sterne

Verlag: dtv
Seiten: 576
Preis: 23,00€ (Hardcover), 19,99€ (eBook)



Klappentext: 

Vizepolizeikommissar Carl Mørck wird zur Aufklärung eines brutalen Todesfalls von der Mordkommission in Kopenhagen hinzugezogen. Wie sich herausstellt, gibt es eine Verbindung zu einem mehrere Jahre zurückliegenden und ausgesprochen brisanten cold case, aus dem sich schwerwiegende Konsequenzen für die aktuellen Ermittlungen ergeben. Ausgerechnet jetzt geht es Carls Assistentin Rose sehr schlecht. Sie wird von grauenhaften Erinnerungen aus ihrer Vergangenheit heimgesucht. Rose kämpft mit aller Macht dagegen an – und gegen das Dunkel, in dem sie zu ertrinken droht. Welche Rolle spielen die jungen Frauen Michelle, Jasmin und Denise, die sich zu einem starken und hochexplosiven Kleeblatt verbündet haben?


Zum Buch: 

Die Handlung des Buches kurz zusammenzufassen gestaltet sich hier schwieriger, als sonst, denn es wird in vier Fällen parallel ermittelt und dann gibt es auch noch den Handlungszweig um Rose.
Ich versuche es trotzdem mal in aller Kürze.

Fall 1, der alte Fall: 
Eine Grundschullehrerin wird mit einem stumpfen Gegenstand geschlagen und durch Genickbruch getötet.

Fall 2, der aktuelle Fall, mit Parallelen zu Fall 1: 
Eine ältere Dame wird im Park erschlagen. Auch sie stirbt an dem Schlag ins Genick. Außerdem findet man an ihr Urinspuren.

Fall 3:
Eine Reihe junger Frauen werden überfahren. Der Täter begeht jedes Mal Fahrerflucht.

Fall 4:
Der kommt erst sehr viel später ins Spiel und dazu möchte ich nichts sagen, um nicht zu viel zu verraten.

Fall Rose:
Rose kämpft immer noch mit dem letzten Fall des Teams, der dunkle Erinnerungen in ihr wachgerufen hat. Ihre eh schon angeschlagene Psyche verkraftet das dann nicht mehr und so kommt es zu ihrem Zusammenbruch.


Irgendwie spielt der zweite Weltkrieg auch noch eine Rolle. Und das Sozialamt. Und mit Hardy geht es natürlich auch noch weiter. Außerdem wirft Mona Carl zwischendurch ganz schön aus der Bahn. Und auch andere alte Bekannte tauchen wieder auf.

Man sieht schon, dass Sonderdezernat Q hat hier wirklich viel zu tun. Und Carl, Assad und Gordon müssen dieses Mal auch noch auf die Unterstützung von Rose verzichten. Und als wäre das alles nicht schon schlimm genug, müssen sie sich auch noch mit einem aufdringlichen Reporter-Team vom Fernsehen herumschlagen.

Spannung Mord Carl Mørck LBM Lesen Rezension Leselust Blog

Meine Meinung: 

Mit den vier verschiedenen Fällen und dem Fokus auf Rose hat der Autor es in diesem Band etwas zu gut gemeint, finde ich. Nimmt man dazu auch noch die vielen kleinen Nebenschauplätze, dann ergibt sich für den Leser ein etwas unübersichtliches Gespann vieler Handlungsstränge, die irgendwie auch noch alle miteinander verknüpft sind. Das muss man dann erstmal für sich entwirren und durchschauen, so dass die Spannung nicht so richtig aufkommen will. Ich muss leider sagen, dass dieser Band der erste aus der Reihe war, der mich nicht absolut fesseln konnte.

Schade fand ich auch, dass bei dem Fahrerflucht- Fall schon so früh klar war, wer dahinter steckt. Das war der eh schon wenig vorhandenen Spannung nicht grade zuträglich.
Zwar ist der starke Fokus auf die Täter und ihre Vergangenheit, ihre Motive mal ganz interessant, hat mir aber im Verlauf des Buches zu sehr Überhand genommen. Am Ende war ich von den ewig gleichen Gedanken der Täter eher genervt. Besonders schade auch, dass es dafür weniger Platz für die Zankereien der Keller- Bewohner Carl und Co gab.

Auch die Verknüpfungen der Fälle wirkten an mancher Stelle ein bisschen zu gewollt und dadurch unglaubwürdig. Kommissar Zufall hat hier ab und zu eine zu große Rolle gespielt. Wirklich schade, denn das der Autor gut konstruierte Fälle und schlaue Auflösungen entwickeln kann, hat er schon wiederholt bewiesen.

In "Selfies" steht neben den Ermittlungsarbeiten die Entwicklung des Charakters "Rose" im Vordergrund. Die Idee, den drei Protagonisten je einen Band zu widmen, finde ich richtig gut. Allerdings geht Rose Geschichte in dem Fälle- Wirrwarr leider etwas unter. Dabei hätte "der Fall Rose" großes Potential gehabt. Leider wurde das nicht voll ausgenutzt.
Dennoch, die Idee ist gut und die Umsetzung auch nicht schlecht. Schon in den letzten Bänden gab es ja zahlreiche Andeutungen und Roses merkwürdiges Verhalten ist dem aufmerksamen Leser nicht verborgen geblieben. Immer wieder ist Rose "verschwunden" und in die Rolle der Yrsa geschlüpft. In "Selfies" erfahren wir die Hintergründe dazu. Wir tauchen ein in Roses düstere Kindheit und erkennen nach und nach die Dämonen, die sie seit dem begleiten. Dieser Ausflug in Roses Innenwelt war wirklich sehr spannend und hätte für mich gerne noch mehr Raum einnehmen dürfen.

Einer der Gründe warum ich die Reihe so gerne lese, ist die Interaktion zwischen den Charakteren. Jeder Ermittler ist ein ganz besonderer Typ, hat seine Ecken und Kanten und Eigenarten. Da ist der grummelige Carl, Assad mit seinem klebrigen Tee und seinen Kamel- Vergleichen. Der etwas unbeholfene Gordon. Das Geplänkel zwischen den Ermittlern bringt Witz in die Spannung der Fälle. Das gefällt mir bei Thrillern immer sehr gut, wenn es zwischendurch auch ein paar heitere Momente gibt. Und von denen gibt es in diesem Band auch wieder welche. Vielleicht nicht ganz so viele, wie in den letzten Fällen. Aber da sind sie dennoch und ich habe die Entwicklungen um das Q-Team auch dieses mal wieder gerne verfolgt.

Fazit: 

Für mich der schwächste Band der Reihe. Dennoch ein solider Thriller und für Fans von Carl und Co ein Muss. Ich freue mich jetzt schon auf das nächste Buch und hoffe, dass Adler-Olsen dann wieder zu seiner gewohnten Form zurückfindet.


Mein herzlicher Dank an den dtv Verlag für das Rezensionsexemplar und die Einladung zum Treffen mit dem Autor.

LBM17 Selfies Thriller dtv Leselust Rezension

Meet & Greet mit Jussi Adler Olsen

Auf der Leipziger Buchmesse 2017 durfte ich den Star-Autor in kleiner Runde persönlich kennenlernen. Schon Wochen vorher war ich super aufgeregt und voller Vorfreude, einem meiner liebsten Thriller- Autoren tatsächlich persönlich begegnen zu können. Was für eine tolle Chance.
Der berühmte Däne war mir sofort sympathisch. Völlig bodenständig erzählt er witzige Anekdoten aus seinem Leben und lässt erst gar kein Gefühl von Distanz aufkommen. Das hätte bei so einem erfolgreichen Mann ja durchaus auch anders sein können. Mein Herz vollkommen für sich gewonnen hat er dann mit der Bemerkung, wie wichtig Blogger für die Buchbranche und für ihn als Autor seien, und dass er die Arbeit wirklich zu schätzen wisse. Aw, Danke Jussi! Wir lieben dich auch! :)
Adler-Olsen erzählt uns dann, wie er beim Schreiben vorgeht. Das wichtigste sei, sich nicht ablenken zu lassen. Am Besten solle man vor und während des Schreibens nichts essen und trinken, denn "You can't write with a full bladder". Ok, werde ich mir merken. Sagte sie, während sie beim Schreiben ihrer Rezension genüsslich an ihrem Tee nippte... Aber ich schweife ab.
Der Autor lässt uns dann an seinen Plänen teilhaben, wie es um das Sonderdezernat Q weitergehen soll. Insgesamt sind 10 Bände zu der Reihe geplant, also können wir uns nach Selfies auf noch drei weitere Bücher freuen. Nachdem das aktuelle Buch Rose in den Fokus nimmt, wird sich in Band acht alles um Assad drehen, und Band neun wird Carl gewidmet. Der zehnte und letzte Band ist als großer Abschluss geplant.
Schon beim Schreiben des ersten Falls habe der Autor die anderen neun Bände im Kopf gehabt und es sei immer als ein großes Projekt geplant gewesen. Das finde ich wirklich beeindruckend, von Anfang an einen so großen Plan zu haben. Respekt.
Adler- Olsen erzählt dann noch einiges zu dem aktuellen Buch, aber auch Geschichten aus seiner Kindheit oder von der Arbeit an seinem ersten Buch.
Viel zu schnell vergeht die Zeit mit ihm und dann heißt es auch schon Abschied nehmen. Natürlich nicht, ohne sich noch das Buch signieren zu lassen und, wie sollte es anders sein, ein Selfie zu machen.

Sonderdezernat Q Mørck 7 Buchmesse Leipzig Thriller
Ähm, ich will ja nicht angeben, aber Jussi Adler-Olsen hat ein Herz in mein Buch gemalt! 


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Totenfang - Simon Beckett (David Hunter #5)

Bittere Wunden - Karin Slaughter (Georgia Reihe #4)



Plauderecke

Kennt ihr die Reihe um Sonderdezernat Q? Und habt ihr Selfies schon gelesen?
Was macht ihr, wenn euch der neue Band einer sonst tollen Reihe nicht gefällt? Hört ihr dann auf, oder hofft ihr, dass der nächste Band wieder besser wird?

Samstag, 8. April 2017

Das Nest - Cynthia D'Aprix Sweeney [Rezension]

Kurzmeinung: 

Bissig, ironisch und schonungslos ehrlich. Cynthia D'Aprix Sweeney nimmt das Leben der vier New Yorker aus gutem Hause unter die Lupe, die jahrelang über ihre Verhältnisse gelebt haben und dafür jetzt die Quittung bekommen.

Bewertung: 3,5 Sterne 

Verlag: Klett- Cotta 
Seiten: 410
Preis: 19,95 € (Hardcover), 15,99€ (eBook)



Klappentext:

Melody, Jack, Bea und Leo sind Geschwister. Sie sind in ihren Vierzigern, stehen mitten im Leben und sie haben immer gewusst, sie würden eines Tages erben. Aber was, wenn die Erbschaft ausbleibt? Ein warmherziger, humorvoller und scharfsinniger Roman darüber, wie der Kampf ums Geld Lebensentwürfe und Familien durcheinanderbringen kann.

Als Kinder haben sie einander geneckt, als Erwachsene verbindet die Geschwister Melody, Jack, Beatrice und Leo Plumb nur noch eine gemeinsame Erbschaft. Mitten in der Finanzkrise brauchen alle dringend Geld. Melody, Hausfrau und Mutter, wachsen die Ausgaben für ihr Vorstadthäuschen und die Collegegebühren ihrer Töchter über den Kopf. Antiquitätenhändler Jack hat hinter dem Rücken seines Ehemanns das Sommerhaus verpfändet. Beatrice, erfolglose Schriftstellerin, will endlich ihr Apartment vergrößern. Doch kurz bevor das Erbe ausbezahlt wird, verwendet ihre Mutter es, um Playboy Leo aus einer Notlage zu helfen. Unfreiwillig wiedervereint, müssen die Geschwister sich mit altem Groll und falschen Gewissheiten auseinandersetzen. Aber vor allem müssen sie irgendwo frisches Geld auftreiben.


Meine Meinung:

Mir hat "das Nest" richtig gut gefallen. Diesen herrlich spitzen und ironischen Schreibstil fand ich einfach nur grandios.
Keiner der Charaktere ist so wirklich sympathisch. Trotzdem leidet man mit ihnen und wünscht ihnen, dass alles gut geht. Und eigentlich ist es ja auch sehr realistisch, denn den perfekten, fehlerfreien Helden, wie es ihn in vielen Romanen gibt, findet man ja eher selten im wahren Leben.
Hier werden echte Menschen beschrieben, mit all ihren Fehlern und Macken. Und davon haben die vier Geschwister wirklich reichlich. Aber all das wird mit so einem Augenzwinkern erzählt, dass man eigentlich die ganze Zeit über diese verwöhnten Großstädter schmunzeln muss, obwohl man gleichzeitig den Kopf schütteln und die Hände vors Gesicht schlagen möchte, weil mal wieder jemand etwas gar Blödes angestellt hat.

Ein kleiner Kritikpunkt ist, dass es mir teilweise zu viele Charaktere waren und ich zeitweilig den Überblick darüber verloren habe, wie die Personen alle zusammenhängen und warum eine weitere Nebenfigur jetzt für die Handlung unbedingt notwendig ist.

Insgesamt hat Cynthia D'Aprix Sweeney mit "Das Nest" aber wirklich eine kurzweilige Geschichte geschrieben, die dem Leser so manches Mal vielleicht auch den Spiegel vor die Nase hält.

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Habt ihr das Buch auch gelesen? Und wie hat es euch gefallen?