Die Stadt der träumenden Bücher (Graphic Novel) - Walter Moers, Florian Biege [Rezension]

Sonntag, Januar 14, 2018

Teil 1 - Buchhaim

Kurzmeinung:

Was für ein schönes Leseerlebnis. Neben der außergewöhnlichen Sprache von Moers gibt es auf den mit viel Liebe fürs Detail gestalteten Bildern viel zu entdecken. So kann man wirklich völlig in die Welt von Buchhaim abtauchen. 

Klappentext: 

Buchhaim ist die „Stadt der Träumenden Bücher“, wo Bücher nicht nur spannend oder komisch sind, sondern auch in den Wahnsinn treiben oder sogar töten können. Walter Moers` fantastische Abenteuergeschichte um den jungen Dichter Hildegunst von Mythenmetz, der das Geheimnis eines makellosen Manuskriptes ergründet, hat weltweit die Leser begeistert. Nun gibt es diese Geschichte aus dem Abenteuerreich der Literatur als prächtige Graphic Novel. In jahrelanger Arbeit hat Walter Moers seinen Romantext auf die Bedürfnisse einer Graphic Novel umgearbeitet und in Form eines Szenarios Hunderte von Bildern skizziert, die Florian Biege in enger Zusammenarbeit mit dem Autor kongenial in einen brillanten Comic von plastischer Farbigkeit verwandelt hat. Herausgekommen sind zwei staunenswerte Bände, eine filmische Neuerzählung des Romans, angereichert mit einem Glossar und einer Panorama-Klapptafel (Band 1) und einem „Making of“ (Band 2).

Band 1, „Buchhaim“, erzählt, wie Hildegunst in die Stadt der Träumenden Bücher kommt, wie es ihn dort in die Katakomben verschlägt, wo Bücherjäger sein Leben bedrohen und er auf das geheimnisvolle Volk der Buchlinge trifft.



Meine Meinung: 

Wie ihr ja wisst, bin ich ein großer Walter Moers Fan und er ist einer meiner Lieblingsautoren und "Die Stadt der träumenden Bücher" ist einer meiner Lieblingsromane. Als Buchliebhaber hat es mir die Geschichte um Buchhaim natürlich besonders angetan. Wie gerne wäre ich auch mal in dieser Bücherstadt, würde durch Antiquariate schlendern, mich mit meinen Schätzen in Kaffeehäuser setzen, einen Muskatkaffeetrinken. Und abends zur Holzzeit bei einem Glas guten Wein einem Meisterleser lauschen, wie er aus meinen Lieblingsbüchern vorliest. 
Trotz –oder gerade wegen– meiner großen Buchhaim-Liebe habe ich lange überlegt, ob ich den Graphic Novel wirklich lesen möchte. Moers hat in seinem Roman die Stadt und die Personen so gut beschrieben, dass ich sehr genaue Vorstellungen von allem hatte und etwas Angst hatte, die Bilder könnten da nicht mithalten. Aber die Neugier hat dann doch überwogen und so ist dieses Schmuckstück als Rezensionsexemplar bei mir eingezogen. Ich war erstmal sehr überrascht, weil das Buch so dünn ist. Aber dieser Graphic Novel enthält nur den ersten Teil des ersten Romans. Teil 2 ist Anfang Januar erschienen.

An die Umsetzung als Graphic Novel musste ich mich erst gewöhnen, denn ich liebe besonders die wunderschöne, bildreiche Sprache von Moers. Und naturgemäß musste für das Comic sehr viel vom Romantext gekürzt werden. Da hat mein Herz natürlich schon ein wenig geschmerzt. Aber dafür wurde ich durch wunderschöne Bilder entschädigt. Mit einer großen Liebe zum Detail haben Moers und Biege die Geschichte in Bildern umgesetzt und auf jeder einzelnen Seite gab es viel zu entdecken. Sehr amüsiert war ich zum Beispiel, als ich ein Werbeplakat für "Die 13 1/2 Leben des Käpt'n Blaubär" in einem buchhaimer Antiquariat entdeckt habe.
Die Bilder sind ganz anders, als ich mir alles vorgestellt hatte und sie sind auch recht anders, als die Illustrationen von Moers. Trotzdem haben sie mir sehr gut gefallen. Die Figuren und Landschaften sind so genau gezeichnet, dass sie fast dreidimensional wirken. Das ist beeindruckend.


Fazit:

Ich kann dieses Graphic Novel wirklich sehr empfehlen. Sowohl Fans von Moers, als auch Comic-Liebhaber und natürlich alle Bücherwürmer werden hier auf ihre Kosten kommen.

Band 2 ist übrigens Anfang Januar erschienen und ich bin schon sehr gespannt auf die Fortsetzung.


Biblio
Verlag: Knaus
Seiten: 112 
Preis: 25,00€

Vielen Dank an den Verlag für das Rezensionsexemplar. 

Plauderecke: 

Was haltet ihr von Comics und Graphic Novels? Ist das auch was für euch, oder verschlingt ihr ausschließlich Seiten voller Text? 

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9 Kommentare

  1. Hallo Julia,
    mir ging es wie dir - braucht man wirklich eine Graphic Novel zu so einem tollen Buch?
    Lange hab ich hin und her überlegt, mir dann aber gedacht, dass ich getrennt sehen muss. Während es beim Buch um die Sprache und die Geschichte selber geht, geht die Graphic Novel mehr um die Bilder.
    Ich bin noch nicht ganz durch mit der Graphic Novel, aber ich mag sie jetzt schon sehr.

    Liebe Grüße,
    Linda

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    1. Liebe Linda,
      Hach ja, gut zu wissen, dass ich nicht die einzige bin, der es so geht.
      Aber ich bin sehr froh, dass ich mich für das Lesen entschieden habe. Am Ende war ich sogar so begeistert, dass ich mir sofort Band 2 bestellen musste.
      Wünsche dir noch viel Freude mit dem Comic.
      Liebe Grüße, Julia

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  2. Mir wurde der Band ans Herz gelegt, auch wenn ich Moers nicht lese. Und wenn du als Fan nun auch sagst: Japp, das lohnt sich! Werde ich wohl bald mal einen Blcik riskieren :D

    @graphic novels
    Da das nichts anderes als Comics sind, nur mit einer hübscheren Bezeichnung, verschähe ich diese natürlich nicht. Lese neben Büchern auch zahlreiche Comics ;)

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    1. Jaaaa, unbedingt! Sehr lesenswert! Und wer weiß, vielleicht ist der Comic ja deine "Einstiegsdroge" und kann dich dann auch für Moers' Romane begeistern. :D
      Ich hatte dieses "Comic vs Graphic Novel" Thema jetzt schön öfter und habe mich da ein bisschen belesen. Anscheinend gibt es da schon Unterschiede. Ist also nicht nur eine andere Bezeichnung. Aber ob das von allen so konsequent umgesetzt wird, ist natürlich die Frage...
      Liebe Grüße und Danke für deinen Besuch.
      Wünsche dir ein schönes Wochenende,
      Julia

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    2. Du sagst es selbst: Ob es von allen konsequent umgesetzt wird. Das ist wohl das Hauptproblem - der Begriff wird einfach zu gern (in meinen Augen zumindest) als Verkaufsstrategie eingesetzt :(

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  3. Ich war jetzt auch ziemlich lange sehr skeptisch.
    Auf der anderen Seite schreit etwas ganz laut: "Das ist ein Muss, sonst sterbe ich!"
    Und jetzt schreibst du sowas und diese Stimme wird nie wieder schweigen, bis ich nicht 50€ investiert habe und mir beide Bücher gekrallt habe.

    Verdammt aber auch yeah und überhaupt!
    Eigentlich bräuchte ich sie genau jetzt und sofort auf die Pfote , damit ich schmökern kann bis in den Tod!

    Liebe Grüße und Ehre das Gimp!
    Itchy

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    1. Hahaha, ja, ähm, also das tut mir jetzt leid. Nicht. ;D Also ich kann dir sagen: Die Investition lohnt sich wirklich. Ist natürlich eigentlich fies, dass sie den einen Roman in 2 Comics aufteilen. Das hätte nicht sein müssen. Aber die Umsetzung ist echt toll und es macht total Spaß, es zu lesen. Wenn du nicht so viel Geld ausgeben magst, dann könntest du ja vielleicht mal schauen, ob es sie schon gebraucht gibt? Oder zur Not warten, bis es sie in der Bibliothek gibt. Aber warten ist halt auch blöd... :P
      Aber wie gesagt: skeptisch brauchst du bei den Comics nicht zu sein. Die Umsetzung ist super. :)
      Liebe Grüße, Julia

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  4. Hallo,

    ich gehöre glaube ich zu den Wenigen, die weder Buch noch Comic gelesen haben. Steht aber auf der ToDo Liste.
    Comics/Graphic Novels lese ich genau so gerne wie Bücher. Es ist schön eine gute Geschichte erzählt zu bekommen, manchmal erzählen die Bilder dabei einen großen Teil, mal nur der Text. Mein Blog dreht sich häufig um um Comics.

    Liebe Grüße
    Ariane

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    1. Hallo Ariane,
      Da stehen dir wirklich noch wunderbare Lesestunden bevor. Bin echt etwas neidisch. Ich wünschte, ich könnte die Geschichten auch noch einmal zum ersten Mal erleben. Hach... <3
      Schön, dass dir das Genre auch so gut gefällt. Ich habe es wie gesagt erst vor Kurzem für mich entdeckt, aber seitdem bin ich auch ganz im Comic- Fieber. :)
      Liebe Grüße, Julia

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